Der Radelnde Konditor

Ich finde es ganz toll, wenn Menschen den Mut fassen mit einem Fahrrad in der Welt unterwegs zu sein. Für jeden Mensch auf einem Fahrrad sitzt ein Mensch weniger in einer Blechkiste die wir alle so lieben. Der Umweltverschmutzer ist ja nicht nur das Auto, sondern auch der gesamte Zauber der damit verbunden ist. Produktion, Verkauf, Werbung, Lärm und alles andere dass mit diesen Geräten als norm bezeichnet wird. Es kommt aber noch viel schlimmer. Nur wenigen Menschen ist bewusst, das ein Auto auch eine Waffe ist mit welcher man Menschen im Strassenverkehr töten kann. Deshalb sind Radfahrer auch zu bewundern wenn sie sich am Strassenrand durch den Verkehr wagen und am Ziel ankommen. Tapfer tapfer.

Ich bin seit 1977 mit dem Fahrrad unterwegs und ich habe in meinem Leben 143 Länder bereist und ich habe noch nicht aber ich werde bald 500.000km abgestrampelt haben. Angefangen habe ich als radelnder Konditor mit meinem Gesellenbrief, Rezeptbuch, Kochunifom, Messer und Palette in einer meiner Seitentaschen die ich am Gepäckträger montierte. Die ersten 10 Jahre verdiente ich das Geld für meine Reisen indem ich mir in Hotels und Grosskonditoreien einen Arbeitsplatz besorgte. Nix Google, nix Bewerbungsschreiben, nix zittern und langes warten. Ich hatte Mut und ich wusste was ich kann, klopfte an die Tür des Managers und mit reiner Überzeugungskraft erklärte ich ihm, dass er mich unbedingt anstellen sollte, denn ich wäre eine Bereicherung in seinem Team. Oft wurde ich aufgefordert eine 2 Tage dauernde Probearbeit in der Küche zu leisten. Brandteig für Eclairs, Verzierungen und Beschriftungen von Geburtstagstorten, Schokolade tablieren und vieles mehr waren die beliebten Arbeiten die ein Konditor und Koch einfach beherrschen musste, Unterm Strich hiess es schlicht und einfach, entweder Arbeit oder ohne Geld weiter radeln.

Im Wandel der Zeit hat sich sehr viel verändert. Im Inneren sind die Menschen gleich geblieben, sie haben sich nur äusserlich verändert und nützen andere Methoden als Radler Geld zu bekommen. Sehr oft werden die Internetseiten renomierter Firmen untersucht um geeignete Produkte für eine Radtour zu finden. Es wird viel Zeit und Ideenreichtum verschwendet um Formulare für ein eventuelles Sponsoring auszufüllen. Leider habe ich immer wieder festgestellt dass einige Aspiranten viel über Produkte wissen aber nur ganz Wenige sich mit dem Thema Sponsoring beschäftigen. Es scheint ja alles so cool und einfach zu sein.

Wir leben in einer freien Gesellschaft und jeder Mensch darf, soll und kann seine Gedanken mit positiven Ideen zum Thema Sponsoren bereichern. Einige “Toureros” haben es nie bereut und sind “gesponsert” losgefahren. Andere wiederum wollten einfach sich selbst erleben und mit dem Fahrrad die Welt erkunden. Das Wort Sponsoren war für diese Menschen ein Fremdwort. Wenige Menschen haben es geschafft viele Jahre mit dem Fahrrad unterwegs zu sein und dabei die Höhen und Tiefen des Abenteuers zu leben, erleben und zu überleben. Was machen diese “Immertreter” anders? Was bewegt diese Leute  dazu Fernradfahrer zu werden? In einem meiner nächsten Themen auf meiner Website gibt es dazu Ansichten, Einsichten und Aussichten. Freut Euch, es wird aufgedeckt und klargestellt. Garantiert keine "Fake News."

Tilmann Waldthaler, Cairns, Oktober 2018