Radfahren als Meditation

Beim Zuhören lernt man mehr als beim Sprechen.

Im Alter von 70 und 77 Jahren den Mut, die Gesundheit und Freiheit zu haben den Körper auf ein Fahrrad zu schwingen und eine 800 Km lange  Erlebnistour durch den Regenwald und das australische Outback zu unternehmen ist ein Privileg. Wir sind uns dieser Sache bewusst.
© 2019 Tilmann WaldthalerRenate hat immer im Gesundheitswesen gearbeitet und hat viele Menschen gesehen und erlebt, denen in unserem Alter ganz andere Gedanken durch die Köpfe ziehen, als auf einem vollbepacktem  Fahrrad durch das australische Outback zu Strampeln.
Wir haben versucht, uns über die Jahre hinweg gesund zu ernähren, fit zu bleiben und unser Gedankengut in positive Bahnen zu führen. Das vegetarische Essen, Laufen und Radfahren sind nur ein Teil unserer Lebenseinstellung. Wir glauben, dass in einer Beziehung viele andere Faktoren eine ebenso wichtige Rolle spielen.
Genügsamkeit, Tolleranz, Akzeptanz und Verständnis, selbst für die unverständlichsten Ereignisse in dieser manchmal sehr schrägen und verrückten Welt sind weitere Bausteine die wir aufeinander stellen um inneren Frieden und Zufriedenheit zu erreichen und auch zu bewahren.
Ich besuche manchmal das kleine buddhistische Zentrum in Cairns und bin ab und zu auch Teilnehmer an verschiedenen Seminaren. Ich höre den waisen Erzählungen der buddhistischen Mönche gerne zu. Vielleicht ist dies auch einer dieser kleinen Bausteine die ich brauche um mein Leben zu gestalten. Während diesen Stunden in der Umgebung von Mönchen werden die Vorteile der Meditation hervorgehoben und erklärt. Wenn ich das Zentrum verlasse wird mir immer bewusst, dass ich bereits seit 1977 meditiere ohne im Schneidersitz am Boden zu hocken. Meine Meditation findet auf dem Sattel oder anders ausgedrückt locker auf dem Fahrradhocker  statt, ohne Hare Ohm Hare Krishna Hare Rama zu singen. Im Nichts der Wüste, oder zwischen den urigen Geräuschen der Regenwälder, sowie in der Einsamkeit des Outbacks wird es mir leicht gemacht, meine Gedanken zu sammeln, ordnen und einzuordnen. Dies ist meine Art der Meditation. Für mich hat Meditation nichts mit Göttern, Religion, Weihrauch, Krishna oder Buddha sowie schöner Sprücheklopferei zu tun. Meditation ist für mich der Versuch meinem Körper und meinen Gedanken einen stressfreien Tagesablauf zu bieten. Es ist aber auch ein Privileg diese Erlebnisse mit Renate teilen zu können. Renate hat einen Weg in einer Tai Chi Gruppe gefunden die sie 2 x wöchentlich besucht. Dies bringt ihr neue Einsichten und Ansichten für ihren Alltag. Für mich sind die kleinen Buddhafiguren zuhause Erinnerungen an meine lehrreichen Zeiten in Indien und in Südostasien. Ich geniesse den Anblick auf die friedlichen oder lachenden Gesichter der Buddhas. Kreiert man äusserlich ein angenehmes Umfeld und pflegt innerlich positive Gedanken kann man selbst in unserer hektischen Welt innere Ruhe und Stärke finden die für unser Wohlbefinden so wichtig sind.